Mittlerweile hat sich unser Team eingespielt. Eine Zeitlang gab es schon beinahe so etwas wie ein Muster – Busse kamen von den Transithallen gegen 12:30, Züge reisten um 14:00 weiter. Manchmal, wenn die Sonderwaggons voll waren, fuhren unsere Gäste mit dem darauffolgenden Zug, an den ebenfalls Sondergarnituren angehängt waren, weiter Richtung Norden. In der Zeit, in der sie bei uns waren, versorgten wir die Menschen mit Lunchpaketen und – wenn notwendig – festen Schuhen, Babykleidung und Decken. Die Kinder schlossen wir besonders ins Herz. Immer wieder kamen Familien mit kleinen Kindern oder gar Säuglingen. Wir halfen, Milch zu wärmen, Kinder ein bisschen abzulenken oder auch die Taschen zum Waggon zu tragen.

Morgens kamen die Sonderzüge meist zwischen 3:00 und 4:30. Die Flüchtenden wurden versorgt, bis die Busse in die Transithallen fuhren.

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Das Rote Kreuz war immer mit 3 Sanitätern vor Ort, die Caritas unterstützte uns mit Dolmetschern. Die ÖBB hielt uns immer auf dem Laufenden – Sonderzüge wurden angekündigt, manchmal kamen sie mit Verspätung, manchmal wurden sie abgesagt. Das hieß vor allem, dass auch nachts immer ein einsatzbereites Team am Live-Ticker auf WhatsApp war. Unsere jungen freiwilligen Übersetzer waren immer vor Ort – und auch die MJÖ unterstützte uns fleißig. Der Takva Verein lieferte Essen, auch eine muslimische Frauengruppe rollte frische Dürüm für uns. 

Was das Schöne an Borderless ist: In unserer Gruppe bilden sich Freundschaften und neue Kontakte. Ob „Alt“ oder „Jung“, ob in Österreich geboren, als Kind hierher gekommen oder erst seit einem Jahr im Land: Jede_r half mit. Jede_r brachte sich mit seinen bzw ihren Talenten ein. Immer wieder meldeten sich neue Freiwillige.

Wir stehen auch mit verschiedenen anderen Gruppen in Kontakt, HelferInnen in Ungarn, Kroatien, Wien, Salzburg, Nickelsdorf – um immer am neuesten Stand zu sein.

Im Moment (2.10.) ist es etwas ruhiger. Die letzten 2 Tage kamen keine Sonderzüge nach Graz. Die Schwarzlhalle wird zum Erstaufnahmezentrum. Viele Transithallen werden für neue Ankommende vorbereitet. Borderless versucht, flexibel zu sein. Wir überlegen im Moment, wie man auch am Schwarzl helfen könnte – Beispielsweise mit Deutschkursen oder auch ein bisschen Unterhaltungsprogramm.

Die Spenden, die am Bahnhof im Moment nicht benötigt werden, werden dorthin geführt, wo sie gebraucht werden.

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