300 bis 400 geflüchtete Menschen sind heute gegen 3 Uhr morgens aus Nickelsdorf mit Bussen nach Graz gekommen und mit dem Zug Richtung Frankfurt weiter gefahren – ob sie bis dorthin mitfahren können, ist in der aktuellen Situation fraglich. Wahrscheinlich wird für Sie die Fahrt in Salzburg enden. Viele HelferInnen der MJÖ, Flüchtlingshilfsaktion, islamische Religionsgemeinschaft Graz, Grazer Taxiverband, IKZ, verschiedene Moscheen und noch viele mehr haben Spenden gesammelt, in den Zug gebracht und wir sind bis Leoben mitgefahren um die Sachen zu verteilen. Die Menschen waren müde, hungrig und brauchten Kleider und Schuhe. Unter ihnen waren sehr viele Kinder (auch Neugeborene), die sich vor allem über die Kuscheltiere gefreut haben. Manche von ihnen sind krank und wurden am Zug von Sanitätern vom Roten Kreuz versorgt.

Ich bin beeindruckt vom Engagement der Zivilgesellschaft, die binnen kürzester Zeit großartige Hilfe auf die Beine gestellt hat. Allen PolitikerInnen, die geflüchtete Menschen kriminalisieren und jetzt fordern, die Grenzen ausgerechnet vor Schutzsuchenden zu „schützen“, sollten einmal so eine Zugfahrt mitmachen. Die „totale Überforderung“ kommt nur dann, wenn man weiterhin wegschaut und glaubt, die Situation mit Stacheldrahtzäunen lösen zu können.

Danke an alle, die geholfen haben!

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